Jodlerklub füllt Kirche und präsentiert Gäste

Der Jodlerklub Rohrbach bot dem Publikum vor vollen Rängen ein attraktives Kirchenkonzert. Der Gast aus dem Appenzell, das Jodelquartett Säntis, bereicherte den gelungenen Abend zusätzlich. Zudem feierte ein klubeigenes Quartett Premiere.
Von Hans Mathis, Unter-Emmentaler Huttwil

Der Jodlerklub Rohrbach überzeugte und begeisterte bei seinem Kirchenkonzert. Bilder: Hans Mathys

Mit dem Lied «Bärglerfründe» von Adolf Stähli begrüsste der Jodlerklub Rohrbach das sich aufs volkstümliche Programm freuende Publikum in der randvollen Kirche Rohrbach. Präsident Rolf Christen zeigte sich erfreut darüber, dass trotz des «Huduwetters» so viele Interessierte erschienen sind. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass der Jodlerklub Rohrbach einen guten Namen hat und selbst eine gestrenge Jury zu überzeugen vermag. Dies war auch am Eidgenössischen Jodlerfest 2017 in Brig wieder der Fall, wo der renommierte Klub aus dem Oberaargau mit der Bestnote 1, also einem «sehr gut», glänzte. Dies mit dem Jodellied «Schwyzervolk» von Max Lienert. Präsident Rolf Christen hiess speziell das Jodelquartett Säntis willkommen, das hier in Rohrbach letztmals im Kanton Bern auftrat und sich Ende Januar 2018 nach 27 Jahren auflösen wird.

Moderator Simon Schär im Element.

«Wunderbare Jodlerkost»
Sympathisch und locker führte nun Simon Schär (Radio neo1) durch diesen volkstümlichen Abend, der von vielen subtil und gefühlvoll vorgetragen Liedern geprägt war. Er versprach «wunderbare Jodlerkost» und wollte vom Jodelquartett Säntis vorerst wissen, weshalb es sich nach 27 Jahren auflöst und nicht noch zusammen das 30-Jahr-Jubiläum feiern wolle. Die Zeit sei halt jetzt gekommen, und deshalb habe man sich zu diesem Schritt entschieden. Man habe es immer gut gehabt miteinander und gehe deshalb auch ohne Streit auseinander. Das Jodelquartett Säntis war Ende Oktober in Adelboden zu Gast. Der Auftritt in Rohrbach war jetzt der letzte im Kanton Bern. Uzwil und Urnäsch werden dann die letzten Stationen sein. «Wir sind immer gerne ins Bernbiet gekommen, obschon es etwas weit und abgelegen ist», witzelten die fidelen Appenzeller, die auch Witze auf Lager hatten. Dass die Appenzeller nicht nur mit Humor gefallen, sondern auch mit ihrer Musik, bewiesen sie mit einem Zäuerli, einem Naturjodel aus ihrer Heimat.

Der Gast, das Jodelquartett Säntis, sorgte in Rohrbach für Farbtupfer.

Dann kündigte Moderator Simon Schär eine Premiere an – ein aus Sängern des Jodlerklubs Rohrbach gebildetes Quartett mit Urs Aeschimann, Hanspeter Geissbühler, Arthur Loosli und Andreas Zaugg.

Das neue Jodlerquartett überzeugte bei seinem ersten Auftritt.

Neues Quartett erobert Publikum
Dieses sang sich mit Ernst Sommers «Abeglogge» in die Herzen des Publikums. Dieses applaudierte kräftig – auch jene vier Kinder auf den Notsitzen, die von hier aus das Konzert artig verfolgten. «Premiere geglückt», jubelte der Moderator nach diesem Lied und vermutete aufgrund des anerkennenden Beifalls: «Die werden wohl weitermachen.» Die vier Rohrbacher Jodler konnten sich nun etwas ausruhen und – wie das Publikum – zurücklehnen. Jetzt war nämlich wieder der Gast mit den Bauersleuten Ueli Waldburger, dem Ehepaar Anna und Fredi Müller, Käthi Frischknecht und als Begleitung Musiklehrerin Silvia Schönenberger an der Reihe. Dies mit zwei selber komponierten Jodelliedern: «Stockdunkli Nacht» von Ueli Waldburger und «Zfrideheit» von Anna Müller. Die «Apezöller» sorgten für musikalische und visuelle Farbtupfer. Der 1978 gegründete, von Andreas Zaugg geleitete Jodlerklub Rohrbach wechselte sich mit dem Jodelquartett Säntis ab. Die Botschaft war aber vielfach die gleiche: Dankbarkeit. Das war auch bei der «Alpabfahrt» von Jakob Düsel und beim «Schönbüel-Juiz» von Ruedi Rymann, dem 2008 verstorbenen «Schacher Seppeli», der Fall. Den «Applaus des Abends» durfte das neu gebildete, am Kirchenkonzert in Rohrbach erstmals auftretende einheimische Jodlerquartett mit dem vom Ochlenberger Hannes Fuhrer komponierten Jodellied «Abezyt»» einheimsen. Das rhythmische Klatschen nach dem Liedvortrag galt wohl der der Interpretation ebenso wie Musik und Text von Hannes Fuhrer. Der Moderator verwies auf die Aussage des Komponisten, Dirigenten und Sängers: «Man muss einander mögen. Ein Verein, bei dem es Spannungen gibt, singt nicht schön.» Das Premiere feiernde Rohrbacher Jodlerquartett bot noch eine vom Publikum erklatschte Zugabe: «Bärgwanderig» von Ueli Moor. Jetzt verabschiedete sich der Gast, das Jodelquartett Säntis, mit den letzten beiden Liedervorträgen vom dankbaren, bestens unterhaltenen Publikum, während der Jodlerklub Rohrbach dies mit «My Jugendzyt» von Paul Schreiber und «Gäu, chunsch gli hei» von Max Lanz tat. Mit einem Rundum-Dank an alle Beteiligten – inklusive Sigrist Hans Lanz – und dem Hinweis, man solle doch bei der Kollekte beim Ausgang darauf achten, nicht zu viel Lärm zu verursachen (also Nötli statt Münz), war der offizielle Teil des Programms beendet. Das Publikum kam allerdings mit «Bärnerland bhüet Gott» noch in den Genuss einer den gefreuten Anlass abrundenden Zugabe. Nicht wenige folgten anschliessend der Aufforderung zum gemütlichen Beisammensein bei einem Schlummertrunk im nahen Restaurant.

Der Jodlerklub Rohrbach bedankt sich bei Hans Mathys für diesen Bericht und dem Unter-Emmentaler für das zur Verfügung stellen von diesem Bericht.